WPP – umstrittener Medienkonzern bezieht Zeise-2-Büros

Agenda des WPP-Konzerns – Lichtprojektion von "Pro Wohnen Ottensen" zum Einzug von Scholz & Friends am 21. April 2017
Agenda des WPP-Konzerns – Lichtprojektion von „Pro Wohnen Ottensen“ zum Einzug von Scholz & Friends am 21. April 2017

Zwei Jahre dauerte der Streit um die Errichtung einer Hamburger Zentrale des WPP-Konzerns in Ottensen auf dem ehemaligen Zeise-Parkplatz im Herzen des Stadtteils. 29.000 Menschen unterstützten im Bürgerentscheid vom September 2015 den Protest gegen die Ansiedlung und forderten stattdessen, den ursprünglich von den Bezirkspolitikern versprochenen Wohnungsbau umzusetzen. Die Bürgerinitiative „Pro Wohnen Ottensen“ reichte Klage gegen die nach ihrer Überzeugung rechtswidrige Baugenehmigung vom Juli 2015 ein. Vergeblich. Mit Unterstützung der Bezirkspolitik und des Scholz-Senats wurde den Investoren der Procom/Quantum alle Wünsche zur schnellen Umsetzung des Projekts gegen jeden Widerstand der Bürger in Ottensen und Altona erfüllt. Seit April 2017 zieht der ungewollte Nachbar mit seinen Tochterfirmen nach und nach ein.

Hinter den Investoren von Procom/Quantum, die das Bürogebäude errichteten – und inzwischen schon mit sattem Gewinn an den Versicherungskonzern Axa weiterverkauft haben –, steht der WPP-Konzern als eigentlicher Initiator dieser Ansiedlung. Sein Plan war es, Hamburger Tochterfirmen in einem Neubau zusammenzuziehen, dafür bekam er Angebote für 15 mögliche Standorte. Die Wahl fiel auf das Filetgrundstück an der Friedensallee. Zur Absicherung des 70-Millionen-Investments hatte die WPP sich für 15 Jahre als Mieter festgelegt.

Der Protest gegen die Ansiedlung richtete sich im Frühjahr 2014 zunächst gegen die Mauscheleien beim 180-Grad-Schwenk der Projektentwickler und der Bezirkspolitik weg vom – dringend benötigten – (sozialen) Wohnungsbau, hin zum – lukrativeren – Bürobau. Aber auch die Ansiedlung eines Großkonzerns in dem von kleinen Geschäften und Handwerksbetrieben geprägten Stadtteil rief heftigen Widerspruch hervor. Wenn der WPP-Konzern nun einzieht, dürfte das Interesse steigen an der Frage: Wer ist dieser Nachbar?

Im Folgenden liefern wir ein Porträt des Konzerns, der für die nächsten 15 Jahre die Deutschland-Geschäfte aus seiner Zentrale in der Ottenser Friedensallee steuern will.

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